Geologische Einheiten & Eruptionszentren
Im Zentralbereich der Insel Ischia um den höchsten Punkt, den Monte Epomeo, ist der grüne Epomeo Tuff anstehend. Es handelt sich um grüne Ignimbrite, die aus einem heißen pyroklastischen Strom hervorgingen. Die Tuffe mit einer alkalitrachytischen Zusammensetzung weisen ein Alter von ca. 55.000 Jahren auf und nehmen eine Mächtigkeit von ca. 200-300 m ein (Vezzoli, 1988).
Die grünen Epomeo-Tuffe sind Ignimbrite, dies sind verschweißte Aschentuffe, die bei ihrer Ablagerung noch heiß und fließfähig waren. Im Gestein sind teilweise solche Fließstrukturen erkennbar. Weiterhin sind auch einzelne Kristalle von Feldspat oder Pyroxen zu sehen. Die charakteristische grüne Farbe erhält der Tuff durch ein eisenhaltiges Schichtsilikat: Chlorit. Der grüne Tuff ist um den Epomeo aufgeschlossen.
Der Epomeo ist kein Vulkan, er wird als vulkano-tektonischer Horst bezeichnet. Durch tektonische Bewegungen wurden die Bruchschollen unterschiedlich stark herausgehoben.
Am Epomeo selbst und an zahlreichen Gesteinen sehen Sie eine sonderbare Verwitterungsform: kleine Hohlräume oder wabenartige Strukturen durchziehen das Gestein. Diese Verwitterungsart wird als Tafoni-Verwitterung bezeichnet. Der genaue Entstehungsmechanimus ist noch nicht geklärt, es wird jedoch davon ausgegangen, das vier Faktoren vorhanden sein müssen: Wasser, Sonne, Salz und Wind. Durch den Wind wird salzhaltiges Meerwasser in die höher gelegenen Bergregionen transportiert, dies lagert sich an den Gesteine ab. Durch die Kapillarsäume gelangt es von unten nach oben durch das Gestein. Durch intensive Sonneneinstrahlung kristallisieren Salzkristalle aus der Salzlösung aus und sprengen das Gestein.
Aufgrund des Bruchschollensystems können an den Abbruchkanten vermehrt durch chemische und mechanische Verwitterung große Blöcke abgesprengt werden, die als Rutschungskörper nach unten gleiten, oder sich in sogenannten Blockmeeren ansammeln. Solche Blockmeere sind an der Westflanke des Bergmassives zusehen.
Südlich der Ortschaft Noia sind besondere Erosionsformen zu sehen. Sie werden „Pizzi Bianchi“ genannt. Es handelt sich dabei um helle, weiße Tuffsteine, die eine kegelförmige Form besitzen. Solche Erdpyramiden entstehen besonders bei weichen Gesteinen, beispielsweise Tuff oder Sandsteine. Ein steiles Gefälle wird vorausgesetzt, damit durch Wind und Wasser diese bizarren kegelförmigen Gebilde entstehen. Ein großer Block schützt die darunter liegenden Schichten vor der Erosion.
Im Süden der Gemeinde Serrara-Fontana befindet sich die kleine Ortschaft Sant‘ Angelo mit der vorgelagerten Halbinsel. Dies ist ein ehemaliger Schlackenkegel, der vor ca. 100.000 Jahren alkalitrachytische Lava förderte. Heute ist nur noch der endogene Lavadom zu sehen. Die Flanken des Schlackenkegels wurden durch Erosionsprozesse fast vollkommen abgetragen. Weiterhin werden die alkalitrachytischen Vulkanite von unverschweißten grünen Epomeo-Tuffen (55.000 a) überlagert sowie von Pyroklastika der Punta Imperatore Formation (19.000 a) (Vezzoli, 1988).
Am Marontistrand, östlich von Sant Angelo, sind heiße aufsteigende Gase (Fumarole) vorhanden. Die teilweise direkt ins Meer aufsteigen oder am Strand austreten. Dieser Bereich des Strandes ist abgesperrt, da die heißen Gase hier mit ca. 99°C austreten.
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